Als Resümee des Wochenendes kann man zusammenfassen: Der Wettergott war uns absolut nicht gewogen, aber die Hunde hatten es größtenteils im Auto schön trocken und die Zweibeiner zeigten echten Einsatz. Wir hatten viel Spaß und dabei auch noch was gelernt.

Fährtenseminar 28./29.08.2010

Das Wetter war bescheiden, die Stimmung super und die Hunde und Hundeführer haben auch noch etwas gelernt. So sah bei uns in Stade das letzte Augustwochenende aus. Zehn Hundeführer und 16 Hunde haben rund um Stade zwei Tage lang die Wiesen und Äcker unermüdlich abgeschnüffelt. Letzteres natürlich hauptsächlich von den Vierbeinern. Allerdings mussten auch die Zweibeiner so manches Mal auf alle Viere ins Gras, um einen Eindruck aus der Hundeperspektive zu erhalten.

Am Samstag haben wir pünktlich um 9.00 Uhr morgens in unserem Vereinsheim zunächst noch mit reduzierten Übungsbetrieb und einem guten Frühstück angefangen. Ein kleiner Exkurs in die Theorie der Fährtenausbildung von Yvette Kliebisch, der Seminarleiterin, frischte leicht verschüttetes Wissen wieder auf bzw. war für manche Anfänger ganz neu. Unser theoretisches Wissen haben wir danach gleich angewendet, aber zunächst nicht an den Vier-, sondern an den Zweibeinern.

Leinenhändling war angesagt: Ein Zweibeiner vorweg, 10m-Leine dazwischen und ein zweibeiniger Hunde-Führer hintendran. Da wurden rechte und linke Winkel gelaufen, mal ging es schnell, mal langsamer vorwärts. Selbst das Verweisen am Gegenstand wurde nachgestellt und die gespielte Freude von Zwei- und Vierbeiner am Ende der simulierten Fährte war schon echt theaterreif. Wir hatten jedenfalls jede Menge Spaß.

Die Hälfte der Mannschaft fuhr dann schon mal ins nahe gelegene Fährtengelände und der Rest bereitete das Mittagessen vor. Übrigens hatten wir dieses Mal ein recht idyllisches Fährtengelände mit Teichen, Schafen, Windmühlen, Schafsgarbe und Wiesenchampignons. Nach dem leckeren Mittagessen und gehaltvollem Kuchen wechselten wir die Crew und die andere Hälfte fuhr ins Feld und der Rest baute am Terrassendach. Gehandikapt wurden wir jeweils von immer wiederkehrenden starken Schauern (von wegen leichter Regen - laut Wetterbericht). Bei Einbruch der Dunkelheit mussten wir unsere Aktivitäten dann unterbrechen.

Am Sonntagvormittag hatte der Wettergott vorübergehend ein Einsehen und auf dem neuen Fährtengelände konnten wir unsere Spuren in drei schönen Wiesen eingerahmt von reifen Maisfeldern hinterlassen.

Ob vom schönen Wetter inspiriert sei dahingestellt, aber unsere drei gut 1/2 jährigen Junghunde zeigten dann schon erstaunlich ernsthafte Arbeit beim Fährten.

Mittags hatten wir Glück, denn nach einigem Telefonieren konnten wir uns aus unseren Kreisen Essen auf Rädern bestellen. Unsere Küchencrew nebst Fahrer brachte den halb verhungerten Zweibeinern kulinarische Feinheiten nebst Stühlen und Kaffee mitten ins Feld. So sparten wir wertvolle Zeit und mussten nicht alle hin und her fahren. Unser Sit in auf dem Feldweg wurde aber beim Nachtisch abrupt durch einsetzenden starken Regen nebst Windböen beendet.

Nun mussten die Hunde wieder ran und trotz widriger Bedingungen zeigten manche Hunde tolle Leistungen. Der Regen hörte gar nicht wieder auf und verstärkte sich wellenförmig bis zum Abend. Trotzdem haben alle durchgehalten, obwohl einem abends schon die Füße weh taten vom vielen Gerenne über die Felder. Fast jeder von uns hat nämlich alle Fährten mitgemacht und besprochen haben wir sie sowieso noch mal gemeinsam.

Gegen Abend waren wir dann sogar den Geheimnissen der Yvette Kliebisch beim Fährtenlegen auf der Spur. Absolute Topsucherin des Wochenendes war natürlich Jule, unsere DM-Teilnehmerin. Die ließ sich von ihrem Frauchen trotz kleiner Gemeinheiten, wie wegrennenden Schafen, Gegenständen in Winkeln, Verleitungen ohne Ende etc. nicht aus der Ruhe bringen. Als sie sogar einen Haufen Vogelsch-… verwies, der allerdings einem dunklen Gegenstand von der Form her sehr nahe kam, hat sie sogar ihr Frauchen Yvette echt verblüfft.

Zwei Tage ließen einem dann sogar Zeit für Experimente und es zeigte sich, dass die Hunde Yvettes Fährten deutlich besser absuchten als von so manch anderem Hundeführer. Und schon sah man uns im Feld stehen und Schritttechnik, Leckerlis-Legen mit Schwerkrafteinfluss diskutieren. Da wird sich mancher Passant gewundert haben, was die Verrückten da mitten im Feld bei echtem Sauwetter so machen.