Noch in der morgendlichen  Dämmerung trafen sich die Mitglieder des HGSV Stade am Samstag im  Fährtengelände in Burweg. Entsprechend der Prüfungsanmeldungen wurde im  Vorwege ein straffer Zeitplan ausgearbeitet. Leistungsrichter Volker  Tödheide verstand es hervorragend den Prüfungsteilnehmern die Angst zu  nehmen. Flotte Sprüche, souveräne Gelassenheit und stärkender Zuspruch  halfen den Hundeführern wenigstens ein bisschen über die Anspannung der  Prüfung hinweg.
Nach  der Überprüfung der Unbefangenheit und Chipkontrolle starteten wir um  8.30 Uhr mit den ersten Fährten. Die Bedingungen waren für die Hunde  nicht wirklich angenehm, da es hier seit Wochen geregnet hatte und unser  Gelände leider im Wasser versank. Davon ließen sich die meisten Hunde  allerdings kaum beeindrucken und viele überzeugten in ihrem Drang zur  Sucharbeit. Trotz dieser widrigen Umstände erschnüffelten sich 3 Hunde  die Note vorzüglich und 2 Hunde die Note sehr gut.
Wie  immer auf Prüfungen spiegeln sich auch Ausbildungsfehler in der  Punktzahl wider. So bekam jeder einen Einblick, was in der Ausbildung  und Förderung seines Hundes noch verbessert werden sollte.
Gegen  13.00 Uhr trudelten die Prüfungsteilnehmer im Konvoi auf dem  Vereinsgelände des HGSV in Stade ein. Dort angekommen stärkten wir uns  erst einmal am üppigen Mittagstisch. Anschließend wurden die  Sachkundefragebögen von zwei Hundeführern absolviert. Beide bestanden  diesen fehlerfrei.
Nun  starteten wir mit den Unterordnungen der Begleithunde. Für Thorsten,  als Neueinsteiger im Hundesport, dürfte es beruhigend gewesen sein, zu  sehen, dass auch langjährig erfahrene Hundeführer unter extremer  Aufregung, Anspannung und Nervosität leiden und nicht immer alles nur  glatt läuft.
Alle  Begleithunde bestanden ihre Unterordnungen. Die überzeugendste  Vorführung zeigte uns Jana mit ihrer Flummi ex Calibur. In der Präsenz  überzeugte dieses Team mit der besten Harmonie und freudiger, triebiger  Übungsausführung. Im anschließenden Verkehrsteil zeigten sich alle Hunde  stabil, gelassen und souverän.

Während der Kaffeepause wurden die ersten Papiere fertiggestellt und so neigte sich der erste Prüfungstag dem Ende.

Am Sonntag trafen wir uns auf dem Platz in Stade um 7.30 Uhr. Die Unterordnungen unserer IPO-Hunde sollten um 8.00 Uhr beginnen.
Nachdem das Platzgelände abgeschritten, die Bringhölzer bereitgelegt und der Revolver geladen war, starteten die IPO 1- und UPR 1-Hunde in einer Dreiergruppe. Alle Zuschauer fieberten mit den Hundeführern. Für mich als Ausbilderin war es besonders aufregend. Würden alle Hundeführer das Geübte, trotz ihrer Aufregung, abrufen können?
Jeder Ausbilder kennt genau den Ausbildungsstand eines jeden in der Ausbildung stehenden Hundes. Bei dieser Leistungsprüfung wusste ich, dass bei jedem Hund hier und da bei einzelnen Übungen qualitativ noch Verbesserungen möglich sind. Dies zeigte sich dann auch in der Abfolge der einzelnen Gehorsamsübungen. Dennoch bestätigte Volker Tödheide einen hervorragenden Grundaufbau, dem natürlich noch der nötige Feinschliff fehlt.
Unsere fortgeschrittenen IPO-Hunde spiegelten dann mit ihren Vorführungen in der Unterordnung unseren Leistungsanspruch exakt wieder. Es war eine Augenweide diesen Hundeführern zuzusehen. Auch hier hob sich Jana mit Aaron vom Küstennebel deutlich durch korrektes Führen in der Präsenz ihres Hundes ab.
Nach den Unterordnungen legten wir eine Pause ein und stärkten uns an einem reichhaltigem Brunch Buffet. Zur Einstellung des Helfers führten wir einen Probeschutzdienst durch. Nun wurde es ernst.
Die jüngste Starterin dieser Prüfung war Bizz-Kitt. Sie peilte gleich ein Versteck an, zudem sie eigentlich nicht geschickt worden war. Jeweils beim Herantreten des Hundeführers unterbrach sie ihr Verbellen und zeigte leider nicht die gewünschten Bewachungsphasen am Helfer. Der Prüfungsablauf entsprach ihrem Alter und ihrer derzeitigen Reife. Besonders überrascht war Leistungsrichter Volker Tödheide von ihrer langen Flucht, bei der sie voll durchzog und mit voller Wucht in den Helfer ging. Ihr Potenzial muss noch besser ausgearbeitet werden und in der Besprechung verwies Volker noch einmal auf das Alter der Hündin. Marc war trotz allem stolz und glücklich.
Als Nächste startete Karina mit ihrem Labrador Mix Neo. Mit einer überzeugenden Führigkeit, hervorragenden Kampfhandlungen, sehr guten Bewachungsphasen und Top-Griffen ein vorzüglicher Schutzdienst. Der absolut verdiente Lohn für diese Arbeit wurde mit 98 Punkten quittiert.
Charlie ließ sich bei dieser Prüfung etwas besser führen als bei seiner VPG 1 und erhielt 90 Punkte.
Der letzte Starter war Aaron.
Auch er überzeugte durch eine konstante Arbeit am Helfer, aber besonders hervorgehoben hat der Leistungsrichter auch hier wieder eine bestechende, absolut fehlerfreie Führigkeit, die ihn sehr beeindruckt hat. Mit einer Gesamtpunktzahl von 284 Punkten errang Jana mit ihrem Aaron vom Küstennebel den Tagessieg mehr als verdient.
Ich bedanke mich bei allen mitwirkenden Helfern des HGSV Stade e.V.
Manuela Weidemann hat erstmalig und vorbildlich als Prüfungsleiter fungiert. Vielen Dank!
Unser Schutzdiensthelfer Tony zeigte wie gewohnt eine druckvolle, dynamische Arbeit, bei der den Hunden doch einiges abverlangt wurde. Herzlichen Dank auch an ihn für die dauernde Einsatzbereitschaft.
Ein besonderes Dankeschön nochmals an Leistungsrichter Volker Tödheide, der mit seiner lockeren, aufmunternden Art so manchen Hundeführer vor dem „Atemstillstand“ bewahrt hat.
Wir bedanken uns für dein Vertrauen und die tolle Zusammenarbeit bei den Prüfungsvorbereitungen und wünschen uns, dass du noch weiterhin dein Leistungsrichteramt ausüben wirst.
Bei uns in Stade würden wir dich immer wieder gern als Richter begrüßen. Es war ein tolles, erfolgreiches Wochenende.